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Kommunikation Part 4 …eine meiner Lieblingsgeschichten

Hammergeschicht von Paul Watzlawick

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn unser Mann an: “Behalten Sie Ihren Hammer”.

(aus P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.)

Kommunikation – Part 3

Folge 3: Konstruktivismus – Paul Watzlawick / Heinz von Förster am Beispiel „Kollegin, die keine Zeit hat“

Da bin ich wieder. Und ich erinnere mich zurück, wie ich vor vielen Jahren meinen Job im Finance in der Bank startete. Mein damaliger Chef gab mir den Auftrag ein Planungshandbuch zu erstellen. Ich solle mir die Protokolle der letzten Monate mal ansehen und bei Fragen die Kollegen fragen. Gesagt getan. Die Protokolle waren dann doch hier und da zu knapp für mich formuliert, dass ich bei Kollegen nachfragen musste. Alles kein Problem. Dann hatte ich ein technisches Verständnisproblem und funkte eine Kollegin an, die ich noch nicht persönlich kannte. Termin wurde bestätigt, nur leider kam er nie zustande, weil die Kollegin nie Zeit hatte und mir immer kurzfristig absagte. Ich erinnere mich noch gut daran….die ersten beiden Male, war ich noch relativ ruhig. Bei der dritten Absage wurde ich wütend. Ich bin direkt zu ihr gegangen und sagte, dass die Infos für mich und mein Planungshandbuch sehr wichtig seien. Sie beachtete mich kaum, meinte nur, dass sie keine Zeit hatte. Ok – wir wurden keine Freunde. Was war passiert. Meine damalige Kollegin hatte sehr viel zu tun und vielleicht war sie auch nicht so richtig teamfähig. Was machte ich? Ich fühlte mich abgelehnt, nicht beachtet! In mir kreisten Gedanken, die nimmt mich nicht wahr! Also so konkret waren die Gedanken nicht, eher so: die dumme Kuh! Was bildet die sich überhaupt ein?….usw. Wir wurden kein guten Team, da ich damals auch nicht fähig war, dissoziiert die Sachlage zu betrachten. Ich meidete sie wo ich nur konnte, und versuchte mir alle wichtigen Infos über ihre Kollegen zu bekommen.

Heute denke ich, es wäre für mich besser gewesen, wenn ich gesehen hätte, dass sie total voll mit Arbeit ist. Das sie alle Kollegen so unfreundlich abwimmelt und es nichts mit mir zu tun hatte. Es wäre bestimmt effektiver gewesen, wenn ich ihr gezeigt hätte, dass ich sehe wie voll sie ist. Und ich nun auch noch was von ihr brauche. Wenn ich ihr quasi „vorab“ zugewandt gewesen wäre, ich erstmal auf sie zugegangen wäre und ich sie gefragt hätte, was ich tun kann, um die Infos bald zu bekommen. Sie erstmal anzuhören. Vielleicht wäre diese Vorgehensweise effektiver für mich gewesen, vielleicht auch nicht. Aber ich wäre mit mir einverstandener gewesen ;-)!

Nach Watzlawick: Diese Kollegin hat mir nicht gesagt, ich will dich nicht beachten, will dir nicht helfen….das war ich!!! Ich habe ihr Verhalten so für mich übersetzt….

Wäre ich positiver ins Gespräch gegangen, wissend wie beschäftigt die Kollegin ist, hätte ich mehr Verständnis für sie aufgebracht, hätte sie womöglich anders reagiert, weil ich ganz anders auf sie gewirkt hätte?!?!

Kommunikationsspiel..Part 2

Folge 2/ Teambeispiel Wahrnehmung

Um das Thema Senden und Empfangen und Auslegen von Nachrichten und Informationen in der Gruppe bewusster zu machen, kann auf ein einfaches Spiel zurückgegriffen werden:

Zwei Abbildungen – Der Moderator erklärt der Gruppe was er auf den Abbildungen sieht, ohne die Abbildung den Teilnehmern zu zeigen. Versuchen Sie zuerst die erste Abbildung zu erklären. Ziel ist möglichst viele sich deckende Zeichnungen zu bekommen…

Abbildung 1:

nachdem alle ihre erste Zeichnung gemacht haben, erklären Sie die zweite Abbildung…..

Abbildung 2

Diese kleine Übung hilft Moderator und Gruppe auf einfacher Weise was Kommunikation ist oder auch nicht ist.

Testen Sie die es! Sie werden erstaunt über das Ergebnis sein!

Kommunikation – nicht immer so einfach…Part 1

 

Folge 1: Konstruktivismus – Paul Watzlawick / Heinz von Förster am Beispiel „Mercedes“

Interessant fand ich in meiner Ausbildung zum systemischen Coach, als wir über Konstruktivismus und Wirklichkeiten 1. und 2. Ordnung (Watzlawick), Triviale und Nicht-triviale Systeme (Heinz von Förster) sprachen.

Im Groben geht es nach meiner Auslegung darum, dass jeder seine eigene Wirklichkeit hat und im Grunde kein gegenüber es genau so interpretiert, wie der andere. Relativ ausgenommen hier ist die Wahrnehmung 1. Ordnung ist die objektive Beschreibung, wie beispielsweise Blumen, Normierungen..

Die Wahrnehmung 2. Ordnung ist die subjektive Wahrnehmung. Wie die Farbe der Blume, oder der Geruch.

Am Beispiel eines Mercedes möchte ich die erste und zweite Ordnung gerne an mir beschreiben. Ein Mercedes ist ein Auto, eine Nobelmarke. Das ist die erste Ordnung. Ich verbinde allerdings unbewusst (mittlerweile ist es mir bewusst 😉 mit einem Mercedes ein ungutes Gefühl. Automatisch gab es für mich nur einen Grund Mercedes zu fahren, um seinen Status quo zu zeigen und um junge Frauen zu beeindrucken (das hat mit meinem Vater und meiner Kindheit zu tun). Der VW Käfer ist dagegen für mich wahnsinnig nett…also lächle ich jeden VW Fahrer/in automatisch zu (diese Assoziation hat auch mit meiner Kindheit und meinem tollen Onkel zu tun). Wie Sie sehen, spielten in meiner Kindheit und Herkunftsfamilie das Thema Auto und Status eine zentrale Rolle. Ich assoziiere Gefühle mit einer Automarke! So ertappe ich mich immer noch hin und wieder, wie ich auf der Autobahn oder im Stadtverkehr von der Automarke auf den Autofahrer schließe. Für meinen Mann hingegen ist ein Auto ein fahrbarer Untersatz und er reagiert kaum auf Autos und Fahrer/in. Er ist im Vergleich zu mir beim Thema Auto relativ „wertfrei“.

Dies ist der Auftakt zum Thema Wirklichkeit und Kommunikation. Ich versuche in der Reihe „eigene Wirklichkeiten“ im Sinne von Watzlawick, Gläserfeld, von Förster… zu interpretieren. Wobei ich auch hier dazu sagen muss, dass es meine Interpretationen sind und ich nicht eine wissenschaftliche Debatte führen möchte. Mein Ansinnen ist es, bewusster zu machen, dass unsere Wirklichkeit und die Auslegung dessen, sich in unserer Vorstellung abspielt. Und diese eigene Interpretation, wie der Gegenüber was gemeint haben könnte, hängt immer mit der kindlichen Programmierung, Konditionierung, Sozialisierung, Glaubenssätzen zusammen.

Mir selbst war das lange absolut unklar. Lebenserfahrung, Freunde ein halbes Psychologiestudium und eine systemische Ausbildung später und  vor allem Coachees, bei denen sich ein gewisses Problemmuster ähnelt und vor allem auch Paul Watzlawick halfen und helfen mir, meine Wirklichkeit als meine Wirklichkeit anzunehmen. Und diese Erkenntnis macht mich auf jeden Fall viel freier und gesünder als früher.

Jeder Sendende interpretiert das Gesprochene in seiner erlernten Wahrheit.

Sobald es jedem klarer wird, dass die emotionale Interpretation im Kopf stattfindet, ist eine sachlichere Diskussion einfacher zu führen. Also je stärker man dissoziiert ist, desto offener ist man für Lösungen.

Angewendet auf die Folge 1:Je klarer ich mir bin, dass das Auto Mercedes und seine Fahrer nichts mit dem Mindset meines Vaters zu tun hat/haben, desto fähiger werde ich, diese Assoziation loszulassen.

Wer wissenschaftliche Beiträge hierzu braucht, bitte nach Konstruktivismus, Paul Watzlawick, Wiklichkeitskonstruktion, Wirklichkeit 1. Und 2. Ordnung, Heinz von Förster…googeln

Dysfunktionale Familienkonstellation – ein Berührung der besonderen Art

Eine junge Mutter erzählte von ihren Schlafstörungen, die anfingen, als ihre Tochter etwas über einem Jahr wurde. Dazu kam noch Herzrasen. Ihre Ärztin riet ihr zur Selbstreflektion – vielleicht sei eine Änderung in ihrem Leben notwendig – eine „Neujustierung ihrer Selbst“ quasi.

Das war der Ausgangspunkt, wieso sie sich entschloss mal zum Coach zu gehen. In Selbstreflexion sich zu üben, mit dem Ziel diese diffusen Schlafstörungen in den Griff zu bekommen.

Als das Ziel gefunden war, erzählte sie, dass sie nur noch Omas und Opas sieht, die sich so über die Enkel freuen. Die sie abholen, Familien die funktionieren. Traurig erzählt sie, wie sie kürzlich mit ihrer Mutter telefonierte. Sie wollte von den Schlafstörungen erzählen, dass sie kaputt war – hundemüde, erschöpft. Eigentlich wollte sie um Hilfe bitten, etwas Trost bekommen. Das bekam sie jedoch nicht. Stattdessen sagte ihre Mutter zu ihr am Telefon: „Was denkst du, wie es mir mit euch ging? Und ich hatte noch ein Kind mehr als du.“ Verletzt und unfähig fühlte sie sich nach dem Telefonat. Das ist kein neues Gefühl im Zusammenhang mit ihrer Familie. Sie erzählt, dass ihre Mutter – also die Oma – auch zu keinem Kindergeburtstag anreist. Das strengt sie zu sehr an, es ist zu weit. Sie spricht auch nicht am Telefon mit den Enkelkindern. Sie hat kein Interesse an ihnen. Schon gar nicht, wenn die Tochter von guten Leistungen ihrer Kinder erzählt, fühlt sich die Oma angegriffen. Meine Klientin spricht darüber, dass sie den Eindruck hat, dass ihre Mutter nur dann Interesse an ihren Kinder und ihrer Familie zeigt, wenn was nicht funktioniert. Da spürt sie fast sowas wie Freude und sowas zeigt ihre Mutter so gut wie nie.

Ich frage meine Klientin, was das mit ihr macht? Sie sagt, es macht mich unendlich traurig. Sie spricht davon, dass sie sich als Kind oft minderwertig gefühlt hat, da sie den Erwartungen ihrer Eltern nie gerecht werden konnte. War sie schlecht in der Schule, so war sie unfähig, war sie gut in der Schule, war es auch nicht ok. Zum Examen freute sich keiner. Ihr Vater sagte nur, toll, dann kannst du dich endlich mit deinen Brüdern unterhalten. Überhaupt hatte sie den Eindruck, dass sich alle besser gefühlt hätten, wenn sie gescheitert wäre. Dennoch fühlt sie sich verpflichtet und schuldig irgendwie.

Ich muss sagen, ich schluckte nicht schlecht und kämpfte mir meiner Haltung. Zum einen machte mich das sehr wütend, warum? Weil ich auch aus so einer Familie komme und so viele Parallelen erkannte.

Ich bat sie sich vorzustellen, es ist ihre Tochter, die sie anrief. Ihre kleine Tochter ist erwachsen und ruft sie an, erzählt ihr von den guten Noten ihrer Kinder oder dass ein neuer Zahn gekommen ist oder ihre Tochter erzählt ihr davon, wie erschöpft sie sei, was würde sie ihrer Tochter sagen?…Sie sagt direkt, na ich würde mich sehr für meine Tochter und Enkel freuen, wäre stolz über gute Noten und neue Zähne. Ich würde ihr gut zureden, dass es jeden so mit kleinen Kindern geht. Alle sind erschöpft. Das ich ihr die Kinder abnehme, vorbeikomme, damit sie sich mal erholen kann…Das ist doch klar!…..

….Es ist sehr schwer, sich von alten Glaubenssätze zu lösen, neue für sich zu definieren. Aber es ist machbar!

An dieser Stelle möchte ich auf das wundervolle Buche von Stefanie Stahl: „Das Kind in dir muss Heimat finden.“ verweisen.

Changemanangement für Anfänger

Changemanagement für Anfänger / Nicht-Wirtschaftler

 

Überall sind Veränderungen allgegenwärtig. Unsicher machen sie dann, wenn dem Betroffenen nicht klar ist, wie damit umgehen und / oder was nach den Veränderungen kommen kann.

Vorweg: Es gibt sehr unterschiedliche Menschen. Nicht jeder kann gut mit Veränderungen umgehen, andere hingegen sehnen sich nach Veränderung, da es ihnen sonst zu schnell langweilig wird. So hat auch jeder einzelne seine eigene Taktung, wie lange er braucht, um die Veränderung zu akzeptieren und anzugehen.

 

Was ist Changemanagement überhaupt?

Es wird sehr gerne von Unternehmensberatern oder in Stellengesuchen genutzt und hat auch mich anfänglich sehr beeindruckt und auch eingeschüchtert.

Changemanagement ist übersetzt „das Managen der Veränderungen“. So gibt es in jedem Unternehmen „Changemanagement“, weil eine neue Software eingesetzt wird oder auch Änderungen in der Betriebsvereinbarung. Changemanagement ist aber auch, wenn andere Unternehmen gekauft & integriert werden oder Teile der bestehenden Organisation bspw. aus- oder umgelagert wird. Wenn neue Visionen vereinbart werden, wenn es neue Strategien gibt usw.

Meine größte und intensivste Changeerfahrung war die Fusion zweier IT-Häuser. Ein große Versicherung kaufte eine Bank. Hier war ich im operativen Controlling zuständig für den Changeprozess des operativen Controllings mit Planung Budgetierung Berichtswesen usw.

Dieser Changeprozess ging über Jahre. Es gibt auch kleinere Veränderungen, die viel schneller umgesetzt werden.

Das wichtigste ist, sich nicht einschüchtern lassen! Und zuzulassen, dass das Neue auch wahnsinnig spannend sein kann!

 

Also, wie fange ich an, wenn Veränderungen ins Haus stehen? Es gibt verschiedenste Veränderungen und Herangehensweisen.

 

Bei Veränderungen mit unklarem Ziel….

Was verunsichert mehr, wenn der Vorgesetzte sagt, wir wollen besser werden, machen Sie mal. Oder das Ziel diffus formuliert ist. Das kommt leider nicht selten vor….

  • Das wichtigste ist, zu akzeptieren, dass Veränderungen anstehen.
  • Zu überlegen: Was ist besser?….das geht nach meiner Erfahrung nur, wenn man den eigentlichen Prozess detailgenau kennt.
  •  ISTANALYSE
    • Die Istanalyse ist eine detailgetreue Prozessanalyse. Hier gibt es verschieden Methoden (viele Methoden sind gleich, haben nur unterschiedlichste Namen).

Und natürlich immer im Austausch bleiben – in allen Richtungen, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen, neue Ausrichtungen zu erfahren, aber auch um alle Betroffenen mitzunehmen und am Prozess teilhaben zu lassen.

Für jede Veränderung – für einen Selbst wie auch für das Unternehmen – ist es wichtig zu wissen, was ist der Vorteil am IST…also was ist der jetzige Sinn, warum all die Jahre so gearbeitet wurde wie gearbeitet wird.

Warum?

Für die Argumentation der Veränderung. Für den Arbeitnehmer ist der Sinn enorm wichtig. Sobald er die Sinnhaftigkeit der notwendigen Veränderung erkennt (vielleicht aus Wachstumsgründen oder um markfähig zu bleiben, oder um Kosten zu sparen, oder..), dann wird auch klarer wie die Veränderung, das Ziel aussehen soll.

Die Analyse des Ists hilft dem Soll auf die Spur zu kommen. Wenn der Sinn der Veränderung klarer geworden ist, kann das Ziel klarer definiert werden.

Auch während des Sollprozesses kann es wieder zu neuen Erkenntnissen kommen, die ein abgewandeltes neues Ziel vielleicht erforderlich machen.

Für den Veränderungsprozess gibt es kein Template. Werden Sie sich klar darüber, wie Ihr jetziger Prozess abläuft. Versuchen Sie nachzuvollziehen, welche Veränderungen das Unternehmen will. Kommunizieren Sie ihr Verständnis der Veränderungen. Holen Sie sich Informationen. Versuchen Sie im Team gemeinsam einen sinnhaften Sollzustand zu definieren. Klären Sie Ihr Ergebnis mit Ihrem Vorgesetzten oder dem Changebeauftragten ab.

 

Und dann läuft´s. Viel Spaß bei den spannenden neuen Aufgaben!!!

 

 

wofür Netzplantechniken noch gut sind…

Das Thema Netzplantechnik war Teil meines Studium in der Fertigungswirtschaft. Diese Technik wird in der Produktion – in Fertigungslinien – eingesetzt um Engpässe schnellstmöglich zu identifizieren. Was mir aus BWLer Sicht erstmal gar nicht so klar war, dass diese Technik auch bestens geeignet ist, um Kommunikationsschwierigkeiten im Team oder auch innerhalb der Organisation des Unternehmens deutlich zu machen. Darauf kam ich, als ich mögliche Werkzeuge des Coachings / Moderationen näher betrachtete. Unter anderem Namen, aber inhaltlich das Gleiche fand ich diese Technik, in einem Moderationshandbuch. Im Grunde logisch und ein sehr schönes Tool um Schwierigkeiten auch mal anders zu betrachten.

Das probierte ich gleich mal aus. Beim nächsten Auftrag – einem sozialen Träger – waren die Mitarbeiter eines Teams frustriert. Sie waren konkret sauer auf den Finanzchef, der sich – wie sie empfanden – nicht für sie und ihre Belange interessierte…

Ich bat die Mitglieder, mir den kompletten Prozess zu erläutern. Wie die Kommunikation floss, wo es gut lief wo weniger. Das war sehr spannend. Ich begann den Fluss visuell darzustellen. Danch erläuterte ich die Aufgaben und Verantwortung des Finanzchefs. Ich zeigte Abhängigkeiten zu anderen Abteilungen oder Institutionen auf.

Das bessere Verstehen des ganzen organisatorischen Ablaufs durch den visualisierten Netzplan und der Klärung der Aufgaben einzelner Facheinheiten und Abhängigkeiten half dem Team einen anderen Blick zu bekommen. Es fand auch eine eigene Teamreflektion statt, wie sie künftig besser kommunizieren können und gemachte Fehler vermeiden.

 

Was für mich besonders war zu sehen, wie die einezelnen Teammitglieder für sich sahen, was sie selbst verändern können, damit der Ablauf künftig besser funktioniert. Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut und zeigt mir wieder, wie wichtig gelebte Transparenz in Organisationen ist.

 

Achtsamkeit

Immer häufiger treffe ich das Thema “Achtsamkeit”, was ich auch gut finde.

Jeder der zum Coaching geht, ist schon auf dem richtigen Weg, auf sich zu achten.

Aber was ist dran, an der Achtsamkeit? Worum geht es? Um Yoga oder Meditation? Oder Sport? Oder Ernährung…?

Ja, auch darum! Es geht um einen Selbst. Darum auf sich zu achten. Da geht es auch um gesunde Ernährung und Sport, aber auch um das seelische Gleichgewicht.

Die meisten sind gestresst und funktionieren. Oftmals lenken die eigenen Themen davon ab, um mal  innezuhalten – mal eine Entschleunigung zu spüren.

Klar Coaching hilft, um die eigene Achtsamkeit zu steigern – auf jeden Fall!! Das wäre eine Möglichkeit. Es gibt noch mehr Möglichkeiten – der Anfang könnte so sein:

Täglich 3 Minuten zu versuchen an nichts zu denken. Kein Telefon, keine Netz, keine Ablenkung durch andere, nur auf die Atmung konzentrieren. Genau zu beobachten, wohin die Luft im Körper verschwindet und wie sie wieder entfleucht. So bekommen Sie wieder ein Körpergefühl. Probieren Sie es aus!

 

Wissensarbeit im Wandel der Zeit – die offene Haltung – z.B. Google

Die Komplexität des Handelns aufgrund der Dynamik & Schnelllebigkeit der Märkte im heutigen Arbeitsumfeld ist enorm. Oder anders, es erfordert eine andere Haltung als noch die Arbeitswelt in den 90ern. Ich weiß noch, als ich während und nach meinem Studium Ende der 90iger meine ersten Jobs antrat. Ich bekam schnell das Gefühl, das Kontrolle in der Arbeitswelt ein sehr hohes Gut war. ….Pragmatismus – ein absolutes NO GO! Das kostete Zeit und das Misstrauen förderte nicht unbedingt den Flow.

Mich hat es damals in meiner selbständigen Arbeitsweise zurückgeworfen. Ich lernte viel über Status – Hierarchien / informelle Strukturen – Ängste. Zum Glück liegt das über 15 Jahre zurück und der Mitarbeiter gilt heute als wichtige Ressource.

Heute geht der Trend – vor allem in der Wissensarbeit – in eine andere Richtung. Die Systeme ändern sich – hin zur Offenheit und flachen Hierarchien. Es wird mehr gelassen, was den Mitarbeiter fördert und fordert.

Weg von der Bedenkenträgermentalität. Der Mensch wird wieder wichtiger. Wie kann sich der Einzelne entfalten? Dann wenn es ihm gut geht!

Im Interview bei `Judith Rakers im Silicon Valley` spricht es der Leiter der Innovationsabteilung von Google Frederik Pferdt so aus: “Die Mitarbeiter sind der wichtigste Faktor im Unternehmen – die wichtigste Ressource – deshalb sollte man auch versuchen, sich um diese Ressource zu kümmern.” Das Kümmern kann unterschiedlich aussehen. In manchen Unternehmen, stehen Kicker, Billardtische und ähnliches. Auch mit Loungesessel ist hier und da für Entspannungsmöglichkeiten gesorgt. Es findet bereits ein Umsorgen der Mitarbeiter statt. Aber wie fördere ich eine offene Haltung? Wie schaffe ich es, Kreativität wachsen zu lassen? Ein Weg wäre vielleicht, Scheitern Positiv zu sehen… Es geht vielleicht auch ganz anders?! Andere Wege finden, aufstehen und weiter….das ist HIP!

Kreativität und Performance wachsen da, wo die Bahn frei ist und ein gemeinsames Ziel verfolgt wird. Es ist selten die Kompetenz des Einzelnen, was Blockaden oder Störungen ausmacht. Wieder zur eigenen Klarheit zu kommen, kann helfen. Lösungsorientiert, offen und wertschätzend! Ganz im Sinne des systemischen Coachings …

 

…damit die Guten noch besser werden!…

Wissen versus Erkenntnis im systemischen Kontext – ein Beispiel

Heute möchte ich von dem Unterschied zwischen Verstehen und Erkenntnis im systemischen Kontext berichten.

Mein Coachee war eine Frau und Mutter. Ich fragte sie, worum es ging. Sie erzählte mir, dass es um ein Schulthema geht. Konkret um den Übertritt ihres Kindes auf die weiterführende Schule.

Sie und ihr Mann waren sich immer einig, dass die Kinder, vorausgesetzt sie bringen die Leistung von sich aus – also ohne elternlicher Lernstress – , ein Gymnasium besuchen sollten.

Ihre Tochter ist in der 4. Klasse und bringt gute Noten nach Hause. Es lief. So, dass sich der Coachee sagte, prima meine Tochter wird es schaffen, auf das Gymnasium zu gehen. Sie sagte: „Wir wollen ihr die Möglichkeit mit dem Gymnasium so spät wie möglich eröffnen, damit sie zum einen keinen Lernstress entwickelt und zum anderen sich nicht zu sehr ängstigt, ihre Freudinnen schulisch zu verlassen.“ Sie erzählte, dass sie mit anderen Eltern über schulische Möglichkeiten unterhielt. Es gab Elternstimmen, die rieten nicht mit den Lehrern zu sprechen, weil sie vermuteten, dass es Lehrer gibt, die eher die schlechteren Zensuren geben, bevor sie aufgrund des zahlreichen Weggangs eine neue Klasse riskieren…

Alles war getan, der Plan war, die Weihnachtsferien zu nutzen, um über den geplanten Übertritt zu sprechen und sich dann im Januar mögliche Gymnasien anzusehen.

Dann kam aber Anfang Dezember eine Mail vom Lehrer, mit der Bitte, dass die Eltern, die beabsichtigen, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken, sich bei ihm melden sollten.

Mein Coachee sagte mir, dass diese Mail was in ihr auslöste – es war für sie ein großer Schreck. Sie spürte einen innerlichen Druck, sofort eine Entscheidung zu treffen. Dazu war sie noch nicht bereit. Ich fragte, was der Druck mit ihr macht. Sie erzählte, dass ihre Gedanken sich kreisen. Sie fühle sich eingeengt. Und das, obwohl sie intellektuell weiß, dass ihr Verhalten albern sei. Alle in ihrem Umfeld sagen, mach` dir doch keinen Stress. Sie sagt, mir, dass würde ich auch zu anderen sagen, aber wenn ich es zu mir sage, hilft es mir nicht.

Mir fiel ihre sehr starke Assoziation mit ihrem Problem auf. Ich entschied mich mit Bodenankern zu arbeiten. Versuchte mit Fragetechniken und unterschiedlichen Perspektiven, sie zu dissoziieren. Es klappte. Sie stand plötzlich strahlend da. Alles in ihr straffte sich, man konnte es sehen. Sie sagte: „Mensch. Das ist doch alles kein Drama! Das ist doch nur eine Mail, das heißt noch gar nichts. Wir machen das so wie wir denken und entscheiden dann, ob unsere Tochter die Schule wechseln wird, wenn wir mit ihr gesprochen haben und sie die möglichen Schulen sich angesehen hat. Ich kann dem Lehrer jetzt nur eine `vielleicht` geben, dass muss ihm jetzt erstmal reichen.“

Sie war total entspannt. Ich fragte, wie geht es dir jetzt. Was macht das Druckgefühl? Sie sagte, es ist weg. Kein Druck mehr da. Dafür kam eine Graustufe hinzu, es gibt nicht immer nur schwarz weiß. Und jetzt weiß ich es nicht nur intellektuell, sondern habe es am eigenen Körper gespürt.

 

…Was für den einen klar ist, ist nicht automatisch für den anderen klar. Und was für den einen die Lösung bedeutet, kann bei dem anderen auch so sein, muss aber nicht.