Kommunikation – nicht immer so einfach…Part 1

 

Folge 1: Konstruktivismus – Paul Watzlawick / Heinz von Förster am Beispiel „Mercedes“

Interessant fand ich in meiner Ausbildung zum systemischen Coach, als wir über Konstruktivismus und Wirklichkeiten 1. und 2. Ordnung (Watzlawick), Triviale und Nicht-triviale Systeme (Heinz von Förster) sprachen.

Im Groben geht es nach meiner Auslegung darum, dass jeder seine eigene Wirklichkeit hat und im Grunde kein gegenüber es genau so interpretiert, wie der andere. Relativ ausgenommen hier ist die Wahrnehmung 1. Ordnung ist die objektive Beschreibung, wie beispielsweise Blumen, Normierungen..

Die Wahrnehmung 2. Ordnung ist die subjektive Wahrnehmung. Wie die Farbe der Blume, oder der Geruch.

Am Beispiel eines Mercedes möchte ich die erste und zweite Ordnung gerne an mir beschreiben. Ein Mercedes ist ein Auto, eine Nobelmarke. Das ist die erste Ordnung. Ich verbinde allerdings unbewusst (mittlerweile ist es mir bewusst 😉 mit einem Mercedes ein ungutes Gefühl. Automatisch gab es für mich nur einen Grund Mercedes zu fahren, um seinen Status quo zu zeigen und um junge Frauen zu beeindrucken (das hat mit meinem Vater und meiner Kindheit zu tun). Der VW Käfer ist dagegen für mich wahnsinnig nett…also lächle ich jeden VW Fahrer/in automatisch zu (diese Assoziation hat auch mit meiner Kindheit und meinem tollen Onkel zu tun). Wie Sie sehen, spielten in meiner Kindheit und Herkunftsfamilie das Thema Auto und Status eine zentrale Rolle. Ich assoziiere Gefühle mit einer Automarke! So ertappe ich mich immer noch hin und wieder, wie ich auf der Autobahn oder im Stadtverkehr von der Automarke auf den Autofahrer schließe. Für meinen Mann hingegen ist ein Auto ein fahrbarer Untersatz und er reagiert kaum auf Autos und Fahrer/in. Er ist im Vergleich zu mir beim Thema Auto relativ „wertfrei“.

Dies ist der Auftakt zum Thema Wirklichkeit und Kommunikation. Ich versuche in der Reihe „eigene Wirklichkeiten“ im Sinne von Watzlawick, Gläserfeld, von Förster… zu interpretieren. Wobei ich auch hier dazu sagen muss, dass es meine Interpretationen sind und ich nicht eine wissenschaftliche Debatte führen möchte. Mein Ansinnen ist es, bewusster zu machen, dass unsere Wirklichkeit und die Auslegung dessen, sich in unserer Vorstellung abspielt. Und diese eigene Interpretation, wie der Gegenüber was gemeint haben könnte, hängt immer mit der kindlichen Programmierung, Konditionierung, Sozialisierung, Glaubenssätzen zusammen.

Mir selbst war das lange absolut unklar. Lebenserfahrung, Freunde ein halbes Psychologiestudium und eine systemische Ausbildung später und  vor allem Coachees, bei denen sich ein gewisses Problemmuster ähnelt und vor allem auch Paul Watzlawick halfen und helfen mir, meine Wirklichkeit als meine Wirklichkeit anzunehmen. Und diese Erkenntnis macht mich auf jeden Fall viel freier und gesünder als früher.

Jeder Sendende interpretiert das Gesprochene in seiner erlernten Wahrheit.

Sobald es jedem klarer wird, dass die emotionale Interpretation im Kopf stattfindet, ist eine sachlichere Diskussion einfacher zu führen. Also je stärker man dissoziiert ist, desto offener ist man für Lösungen.

Angewendet auf die Folge 1:Je klarer ich mir bin, dass das Auto Mercedes und seine Fahrer nichts mit dem Mindset meines Vaters zu tun hat/haben, desto fähiger werde ich, diese Assoziation loszulassen.

Wer wissenschaftliche Beiträge hierzu braucht, bitte nach Konstruktivismus, Paul Watzlawick, Wiklichkeitskonstruktion, Wirklichkeit 1. Und 2. Ordnung, Heinz von Förster…googeln

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