Kommunikation – Part 3

Folge 3: Konstruktivismus – Paul Watzlawick / Heinz von Förster am Beispiel „Kollegin, die keine Zeit hat“

Da bin ich wieder. Und ich erinnere mich zurück, wie ich vor vielen Jahren meinen Job im Finance in der Bank startete. Mein damaliger Chef gab mir den Auftrag ein Planungshandbuch zu erstellen. Ich solle mir die Protokolle der letzten Monate mal ansehen und bei Fragen die Kollegen fragen. Gesagt getan. Die Protokolle waren dann doch hier und da zu knapp für mich formuliert, dass ich bei Kollegen nachfragen musste. Alles kein Problem. Dann hatte ich ein technisches Verständnisproblem und funkte eine Kollegin an, die ich noch nicht persönlich kannte. Termin wurde bestätigt, nur leider kam er nie zustande, weil die Kollegin nie Zeit hatte und mir immer kurzfristig absagte. Ich erinnere mich noch gut daran….die ersten beiden Male, war ich noch relativ ruhig. Bei der dritten Absage wurde ich wütend. Ich bin direkt zu ihr gegangen und sagte, dass die Infos für mich und mein Planungshandbuch sehr wichtig seien. Sie beachtete mich kaum, meinte nur, dass sie keine Zeit hatte. Ok – wir wurden keine Freunde. Was war passiert. Meine damalige Kollegin hatte sehr viel zu tun und vielleicht war sie auch nicht so richtig teamfähig. Was machte ich? Ich fühlte mich abgelehnt, nicht beachtet! In mir kreisten Gedanken, die nimmt mich nicht wahr! Also so konkret waren die Gedanken nicht, eher so: die dumme Kuh! Was bildet die sich überhaupt ein?….usw. Wir wurden kein guten Team, da ich damals auch nicht fähig war, dissoziiert die Sachlage zu betrachten. Ich meidete sie wo ich nur konnte, und versuchte mir alle wichtigen Infos über ihre Kollegen zu bekommen.

Heute denke ich, es wäre für mich besser gewesen, wenn ich gesehen hätte, dass sie total voll mit Arbeit ist. Das sie alle Kollegen so unfreundlich abwimmelt und es nichts mit mir zu tun hatte. Es wäre bestimmt effektiver gewesen, wenn ich ihr gezeigt hätte, dass ich sehe wie voll sie ist. Und ich nun auch noch was von ihr brauche. Wenn ich ihr quasi „vorab“ zugewandt gewesen wäre, ich erstmal auf sie zugegangen wäre und ich sie gefragt hätte, was ich tun kann, um die Infos bald zu bekommen. Sie erstmal anzuhören. Vielleicht wäre diese Vorgehensweise effektiver für mich gewesen, vielleicht auch nicht. Aber ich wäre mit mir einverstandener gewesen ;-)!

Nach Watzlawick: Diese Kollegin hat mir nicht gesagt, ich will dich nicht beachten, will dir nicht helfen….das war ich!!! Ich habe ihr Verhalten so für mich übersetzt….

Wäre ich positiver ins Gespräch gegangen, wissend wie beschäftigt die Kollegin ist, hätte ich mehr Verständnis für sie aufgebracht, hätte sie womöglich anders reagiert, weil ich ganz anders auf sie gewirkt hätte?!?!

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