wofür Netzplantechniken noch gut sind…

Das Thema Netzplantechnik war Teil meines Studium in der Fertigungswirtschaft. Diese Technik wird in der Produktion – in Fertigungslinien – eingesetzt um Engpässe schnellstmöglich zu identifizieren. Was mir aus BWLer Sicht erstmal gar nicht so klar war, dass diese Technik auch bestens geeignet ist, um Kommunikationsschwierigkeiten im Team oder auch innerhalb der Organisation des Unternehmens deutlich zu machen. Darauf kam ich, als ich mögliche Werkzeuge des Coachings / Moderationen näher betrachtete. Unter anderem Namen, aber inhaltlich das Gleiche fand ich diese Technik, in einem Moderationshandbuch. Im Grunde logisch und ein sehr schönes Tool um Schwierigkeiten auch mal anders zu betrachten.

Das probierte ich gleich mal aus. Beim nächsten Auftrag – einem sozialen Träger – waren die Mitarbeiter eines Teams frustriert. Sie waren konkret sauer auf den Finanzchef, der sich – wie sie empfanden – nicht für sie und ihre Belange interessierte…

Ich bat die Mitglieder, mir den kompletten Prozess zu erläutern. Wie die Kommunikation floss, wo es gut lief wo weniger. Das war sehr spannend. Ich begann den Fluss visuell darzustellen. Danch erläuterte ich die Aufgaben und Verantwortung des Finanzchefs. Ich zeigte Abhängigkeiten zu anderen Abteilungen oder Institutionen auf.

Das bessere Verstehen des ganzen organisatorischen Ablaufs durch den visualisierten Netzplan und der Klärung der Aufgaben einzelner Facheinheiten und Abhängigkeiten half dem Team einen anderen Blick zu bekommen. Es fand auch eine eigene Teamreflektion statt, wie sie künftig besser kommunizieren können und gemachte Fehler vermeiden.

 

Was für mich besonders war zu sehen, wie die einezelnen Teammitglieder für sich sahen, was sie selbst verändern können, damit der Ablauf künftig besser funktioniert. Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut und zeigt mir wieder, wie wichtig gelebte Transparenz in Organisationen ist.

 

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